14.01.2020, 16:44 Uhr

Flucht auf der A92 endet dramatisch Schwerer Unfall nach Verfolgungsjagd – zwei Polizisten und der Flüchtende (60) verletzt


Nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ist es auf der A92 bei Wörth an der Isar (Landkreis Landshut) zu einem schweren Unfall gekommen.

LANDSHUT Eine rund 120 Kilometer lange Verfolgungsfahrt hat sich am Dienstagnachmittag (14. Januar) der 60-jährige Fahrer eines Pontiacs mit mehreren Streifenfahrzeugen der Polizei geliefert. An der Anschlussstelle Wörth a. d. Isar endete die Flucht dann mit einer schweren Kollision.

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen sollte der 60-Jährige auf der A 92, auf Höhe des Münchner Flughafens, kontrolliert werden. „Der Fahrer missachtete jedoch die Anhaltezeichen der Polizei und flüchtete auf der Autobahn weiter in Richtung Deggendorf“, so ein Polizeisprecher. Trotz mehrerer Versuche der Polizei, den Mann im Bereich Landshut und Dingolfing zu stoppen, flüchtete der Fahrer bis zur Anschlussstelle Wallersdorf (Lkr. Dingolfing-Landau). Dort verließ er zunächst die Autobahn, um anschließend seine Flucht, zum Teil mit Tempo 180, auf der A 92 in Fahrtrichtung München fortzusetzen. An der Verfolgung waren rund ein Dutzend Streifenwägen sowie ein Polizeihubschrauber beteiligt.

Auf Höhe der Anschlussstelle Wörth a. d. Isar kam es zu einer heftigen Kollision des Fluchtfahrzeugs mit einem Streifenwagen, wobei sich beide Fahrzeuge überschlugen. Zwei Polizisten sowie der 60-Jährige wurden mittelschwer verletzt.

Weshalb der 60-Jährige sich der Kontrolle entziehen wollte, dürfte wohl mehrere Gründe gehabt haben. „Das Fahrzeug war nach aktuellem Ermittlungsstand nicht versichert, zudem dürfte der Fahrer nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sein. Außerdem besteht gegen den 60-Jährigen ein aktueller Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Wuppertal“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Aufgrund eines bestehenden Untersuchungshaftbefehls des Amtsgerichts Kempten wegen Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr wird der 60-Jährige voraussichtlich am Mittwoch (15. Januar) dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Landshut vorgeführt, mit dem Ziel ihn nach der Entlassung aus dem Krankenhaus in eine Justizvollzugsanstalt einzuliefern. Zudem fahndet die Staatsanwaltschaft Wuppertal nach dem Mann bereits seit 2019 wegen Diebstahls.

Die Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf ermittelt nun zusammen mit der Staatsanwaltschaft Landshut gegen den 60-Jährigen, u. a. wegen versuchtem Totschlag und Gefährlichem Eingriffs in den Straßenverkehr. In diesem Zusammenhang werden Verkehrsteilnehmer, die durch die Fahrweise des 60-Jährigen gefährdet worden sind, gebeten, sich mit der Polizei unter 0991/3896-310 in Verbindung zu setzen.

Die beiden Polizeibeamten konnten zwischenzeitlich das Krankenhaus verlassen. An dem Dienstfahrzeug entstand ein Schaden von rund 20.000 Euro; der Schaden am Fahrzeug des 60-Jährigen wird auf rund 5.000 Euro beziffert.


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