10.08.2020, 16:17 Uhr

Klimaschutz und Klimaresilienz Stadt Regensburg bündelt Aufgaben in neuer Stabsstelle beim Umweltbürgermeister

Rudolf Gruber, Leiter der Stabstelle für Klimaresilienz und Klimaschutz. Foto: Stadt Regensburg/Peter FerstlRudolf Gruber, Leiter der Stabstelle für Klimaresilienz und Klimaschutz. Foto: Stadt Regensburg/Peter Ferstl

Die Stadt Regensburg wird den Weg hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft in den kommenden Jahren deutlich forcierter beschreiten. Aus diesem Grund hat Umweltbürgermeister Ludwig Artinger jetzt eine Stabsstelle für die Bereiche Klimaresilienz und Klimaschutz eingerichtet, die ihm direkt zugeordnet sein wird.

Regensburg. Dazu werden bereits vorhandene und zum Teil freiwerdende Stellen organisatorisch zusammengeführt. Die Leitung dieser Stabsstelle wird Rudolf Gruber übernehmen, der über zehn Jahre lang an der Spitze des Umweltamts stand. Die Leitung des Umweltamts wird neu ausgeschrieben. Der Wechsel Grubers wird zeitgleich mit der Neubesetzung stattfinden.

Klimaschutz und Klimaresilienz werden eine der Hauptaufgaben der Politik und der Gesellschaft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten werden. Beim UN-Klimagipfel 2015 in Paris konnten sich die 195 beteiligten Staaten auf einen neuen Weltklimavertrag einigen. Erstmals vereinbarten Industrie- und Schwellenländer, dass alle gemeinsam gegen den Klimawandel vorgehen. Kernziel ist dabei die Begrenzung der Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius, möglichst sogar 1,5 Grad. Nationale und internationale Zielsetzungen allein führen allerdings nicht zur notwendigen Reduzierung der CO2-Emissionen. Entscheidend auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gesellschaft ist vielmehr das Engagement von Privathaushalten, Industrieunternehmen, Gewerbetreibenden und der öffentlichen Hand auf der lokalen Ebene.

Das Herzstück aller Klimaschutzbemühungen ist die Energiewende. Die Stadt Regensburg hat mit dem 2014 vom Stadtrat beschlossenen Energienutzungsplan systematisch alle Potenziale zur Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und zum Einsatz regenerativer Energieträger im Stadtgebiet ermitteln lassen. Gemeinsam mit der Energieagentur Regensburg setzt die Stadt seitdem ihr Energie- und Klimamanagement in den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität, Energieerzeugung und Energieverbrauch konsequent um.

Beispiele sind ein Pilotprojekt zur energetischen Quartiersentwicklung in der Margaretenau, klimafreundlich und energieeffizient gestaltete neue Baugebiete wie zum Beispiel das Nibelungenareal, die Weichenstellung für eine Stadtbahn, die Stärkung des Fahrrad- und Fußgängerverkehrs, der Ausbau des E-Carsharing-Systems, die ständige Verbesserung der Ladesäuleninfrastruktur für E-Autos, die Fortführung des Förderprogramms Elektromobilität in den nächsten Jahren (bisher sind circa 2 000 Elektrofahrzeuge gefördert worden), die Inbetriebnahme des Energiebildungszentrums im Jahr 2021, das weitere Vorantreiben der Umstellung auf erneuerbare Energien durch den städtischen Energieversorger Rewag, die Nutzung des noch vorhandenen Energieeinsparpotenzials beim Gebäudebestand (Teilnahme an Förderprogrammen und Energieeinsparmaßnahmen an eigenen städtischen Liegenschaften) und der weitere Ausbau von Photovoltaik auf städtischen Gebäuden.

Trotz aller Bemühungen im Bereich des Klimaschutzes werden in Folge der Klimakrise Hitze und Dürre zunehmen, auch in Regensburg. Maßnahmen in der Stadtentwicklung und Bauleitplanung sind hier wichtig. Grünflächen, naturnahe Freiräume und Wasserläufe wirken der Hitze entgegen und erhöhen die Aufenthalts- und Lebensqualität. Genau um diese Aufgaben kümmert sich die Klimaresilienzmanagerin. Die Stadt Regensburg hat diese Stelle Anfang November 2018 geschaffen. Artinger betont, dass das Thema Klimaschutz und Klimaresilienz in den nächsten Jahren bei der Stadt einen noch höheren Stellenwert bekommen wird. „Die Koalition bekennt sich eindeutig zu den im Leitbild ‚Energie und Klima‘ festgelegten Zielen und wird Maßnahmen zur Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und zur Umstellung auf erneuerbare Energien konsequent umsetzen.“ Nur so wird die Stadt nach den Worten des Umweltbürgermeisters ihr Ziel der Klimaneutralität der Stadtverwaltung bis 2030 und für die städtischen Töchter und die Gesamtstadt bis 2035 erreichen.


0 Kommentare