06.04.2020, 13:26 Uhr

Abstand halten DGB sagt Mai-Kundgebung in Regensburg ab

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) trifft eine schwere Entscheidung: Alle 17 Kundgebungen am 1. Mai in der Oberpfalz sind abgesagt – darunter auch die Kundgebung in Regensburg.

Regensburg. Weltweit demonstrieren gewerkschaftlich organisierte Menschen an diesem Tag für fairere Arbeitsbedingungen – seit über 160 Jahren. Auch in Regensburg organisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) traditionell seine Demonstration und Kundgebung. Doch in diesem Jahr macht die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung.

„Die Solidarität, die die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus uns allen abverlangt, zwingt auch uns zu einer historisch einmaligen Entscheidung. Im Interesse der Gesundheit aller, werden wir dieses Jahr keine Kundgebungen zum Tag der Arbeit durchführen“, so Christian Dietl, Regionsgeschäftsführer des DGB Oberpfalz und Kreisvorsitzender des DGB Regensburg. „Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten!“ Das gelte auch für die Maikundgebung in Regensburg.

Der DGB spricht die Folgen der Corona-Pandemie an: Kitas und Schulen, die geschlossen sind, Verwandte und Freunde, die man nicht mehr treffen kann. Aber auch die Sorge um die Existenz – denn viele Menschen können nicht mehr zu ihrem Arbeitsplatz. „Ein Leben im Ausnahmezustand“, so der DGB. Aus der Not heraus entwickelten sich aber auch spontan positive Ansätze: Neue Formen der Solidarität, wie Nachbarschaftshilfen und Unterstützungsangebote oder kreative Lösungen, wie virtuelle Museen und neue Lehrmethoden an Schulen.

Die Solidarität der Gesellschaft brauchen aber auch diejenigen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen sind, die um ihre Existenzgrundlage fürchten oder um die ihrer Familien, die von Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder Geschäftsaufgabe bedroht sind. „Viele Menschen müssen zu Hause arbeiten und sich gleichzeitig um ihre Kinder kümmern. Wir müssen dafür sorgen, dass ihr Arbeitsplatz und ihr Einkommen gesichert bleiben.“ Mit Besorgnis sehe der DGB Versuche, Arbeitnehmerrechte und Schutzvorschriften einzuschränken „Wer die Situation ausnützen will, um sein eigenes Süppchen zu kochen“, so Dietl mit Blick auf manche Arbeitgeber, „hat noch nicht kapiert, dass gerade jetzt der gesellschaftliche Zusammenhalt unsere wichtigste Ressource darstellt“.

„Solidarisch ist man nicht alleine“, das gelte auch mit Blick auf Europa. „Der Virus kennt keine Grenzen. Deshalb müssen die Regierungen der Europäischen Union eng zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie miteinander abstimmen“, fordert Dietl. Der Kampf gegen das Corona-Virus dürfe nicht den Nationalisten in die Hände spielen. „Mit Solidarität, mutigem und entschiedenem Handeln und Besonnenheit müssen wir die Krise gemeinsam durchstehen“, so der Regionsgeschäftsführer.

Der DGB beruft sich dabei auf sein diesjähriges Motto: „Solidarisch ist man nicht alleine“. Und Solidarität bedeute aktuell vor allem eines – Abstand halten. Im kommenden Jahr werden am 1.Mai wieder viele Menschen auf Straßen und Plätzen in der Oberpfalz für ihre Rechte einstehen: „Und wir werden beim weltweit größten Fest der Solidarität feiern, dass wir die Corona-Krise gemeinsam überwunden haben“, ist sich Dietl sicher.


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