09.10.2019, 14:24 Uhr

Verkehrsminister Scheuer zur A 94 „Wir wollen keinen Streit zwischen Bund, Land und Kommune“

(Foto: Landratsamt Rottal-Inn)(Foto: Landratsamt Rottal-Inn)

Landkreis und Stadt Simbach berieten mit Bundesverkehrsminister über weiteren Ausbau der A94

SIMBACH AM INN „Die A 94 ist eines der wichtigsten Straßenbauprojekte im Freistaat und in ganz Süddeutschland. Wir brauchen eine leistungsfähige Ost-West-Achse – zwischen München, Chemiedreieck, A3, Passau, Österreich und Tschechien. Auch in Simbach wird daher unter Hochdruck geplant, um eine gute Lösung für die Menschen hier vor Ort zu finden. Nachdem der Konsens für die Trasse besteht, wird die Autobahndirektion jetzt nach Optimierungsmöglichkeiten im Streckenverlauf suchen – auch um die Beeinträchtigung der Wohngebiete zu minimieren. Wir werden zielorientiert daran arbeiten, die weitere Planung der A 94 voranzutreiben – ganz im Sinne der Bürgerinnen und Bürger“, so fasste Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, das Ergebnis eines internen Gesprächs mit Landrat Michael Fahmüller, Landtagsabgeordnetem Martin Wagle, Simbachs Bürgermeister Klaus Schmid, der Autobahndirektion Südbayern und Vertretern des Simbacher Stadtrats zusammen.

Der Simbacher Stadtrat hatte im Vorfeld einstimmig einen Forderungskatalog zum weiteren Ausbau der A94 verabschiedet, der im Wesentlichen vorsieht, dass der Autobahnverlauf im Bereich Simbach möglichst weit per Untertunnelung geregelt wird oder zumindest dort, wo dies nicht möglich sein sollte, per Einhausung. Der Kreisausschuss hatte sich den Forderungen der Stadt angeschlossen. Ein entsprechendes Schreiben überreichte Landrat Michael Fahmüller an den Minister und bekräftigte noch einmal seine Forderung, eine möglichst verträgliche Lösung für die Bürgerinnen und Bürger Simbachs zu finden. Bürgermeister Schmid überreichte Scheuer den Forderungskatalog der Stadt.

Über den aktuellen Stand der Planungen informierten die beiden Vertreter der Autobahndirektion, Präsident Michael Kordon und Baudirektor Stefan Pritscher. Die Vertreter der Stadt Simbach artikulierten ihre Wünsche und auch die Bedenken der Bevölkerung, der Gewerbetreibenden und der Umweltschützer. Bundesminister Scheuer erklärte, dass die verschiedenen Varianten besprochen und im Hinblick auf geologische und finanzielle Zulässigkeit zusammen mit der Autobahndirektion überdacht würden.

Während der Diskussion wurden, wie Scheuer es später zusammenfasste, vor allem drei Dinge klar: Zum einen wollen alle Beteiligten grundsätzlich den weiteren Ausbau der A 94 vorantreiben, und zwar so schnell wie möglich. Zum zweiten steht auch die Trassenplanung entlang der Bahntrasse grundsätzlich nicht in Frage. Und drittens: Insbesondere zum Schutz der Simbacher Bürgerinnnen und Bürger vor Lärm und Verkehrsaufkommen besteht noch Optimierungsbedarf. Die Autobahndirektion wird entsprechende Optimierungsmöglichkeiten nun weiter prüfen.

Der Bundesminister fasste in einem Abschlusswort zusammen: „Wir wollen keinen Streit zwischen Bund, Land und Kommune, denn das kostet nur Zeit und Geld und schadet somit letztlich auch den Simbachern.“


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