17.10.2020, 10:27 Uhr

Wacker Chemie AG Burghausen „Zukunft gestalten“ mit dem Abbau von 1.000 Stellen

Ende 2022 sollen weniger Beschäftigte sie Pforten ins Wackerwerk passieren. Foto: LattaEnde 2022 sollen weniger Beschäftigte sie Pforten ins Wackerwerk passieren. Foto: Latta

Wacker treibt Umsetzung seines Effizienzprogramms „Zukunft gestalten“ voran

Burghausen/München. Die Wacker Chemie AG treibt ihr im November gestartetes Effizienzprogramm „Zukunft gestalten“ weiter voran. Wie der Münchner Chemiekonzern am Donnerstag bekanntgab, haben sich Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten Stellenabbau geeinigt.

Demnach werden in Deutschland bis Ende des Jahres 2022 insgesamt rund 1.000 Stellen vor allem in den Verwaltungsbereichen des Konzerns sowie den indirekten und nicht operativen Funktionen der Geschäftsbereiche wegfallen. Darüber hinaus werden etwa 200 Stellen an den Standorten außerhalb Deutschlands abgebaut.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Umgesetzt werden soll der Stellenabbau in Deutschland ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen. Dazu zählen Verrentung, Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträge. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach der jetzt getroffenen Vereinbarung ausgeschlossen. Besonders betroffen werden die Standorte Burghausen mit 8.200 Beschäftigten und die Hauptverwaltung in München mit 700 Beschäftigten sein.

Festgelegt wurde außerdem, dass Auszubildende bei Eignung weiterhin übernommen werden. Das Unternehmen leistet damit einen wesentlichen Beitrag, jungen Menschen im Anschluss an die Ausbildung eine attraktive berufliche Perspektive zu bieten. Gleichzeitig stellt diese Regelung sicher, dass Wacker auch künftig über gut qualifizierte Nachwuchskräfte verfügen kann.

Sein Ziel, durch Reduzierungen bei den Sachkosten und beim Umfang intern erbrachter Leistungen sowie mit einer schlankeren Organisation ab Ende 2022 jährlich rund 250 Millionen Euro einzusparen, hat das Unternehmen bestätigt. Der Gesamtbetrag kommt dabei jeweils etwa zur Hälfte aus Sachkosten und Personalkosten. Aus den Einsparungen bei den Sachkosten erwartet Wacker bereits in diesem Jahr mehr als 50 Millionen Euro. 2021 werden es voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro sein. Wesentliche Einsparungen bei den Personalkosten werden dagegen erst ab dem kommenden Jahr erwartet.

Profitable Wachstum des Konzerns unterstützen

„Das zentrale Anliegen von ‚Zukunft gestalten‘ ist es, die Organisation von Wacker konsequent neu auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden auszurichten und so das profitable Wachstum des Konzerns zu unterstützen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Rudolf Staudigl den Fokus des Programms. „Sowohl im Geschäft mit Polysilicium als auch in unseren Chemiebereichen bereiten wir uns auf eine härtere Gangart im Wettbewerb vor. Wir wollen dabei nicht nur Kosten in signifikantem Umfang einsparen, sondern vor allem die Wettbewerbsfähigkeit von Wacker auch für zukünftige Herausforderungen stärken und dauerhaft sichern“, so Staudigl weiter. „Mit den jetzt abgeschlossenen Vereinbarungen haben wir den Rahmen dafür geschaffen, um mit den geplanten organisatorischen Veränderungen zügig in die Umsetzung gehen zu können. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern werden wir jetzt die detaillierte Ausgestaltung der Personalmaßnahmen erarbeiten“, sagte Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor Christian Hartel. „Wir sind sehr zufrieden, dass es uns mit dieser Vereinbarung gelungen ist, unsere Ziele mit guten und fairen Lösungen zu erreichen“, betonte der Personalvorstand.