01.01.2014, 16:51 Uhr

Sanierung der Steinernen Kritik: Zugang zur Jahninsel ist nicht barrierefrei

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Kurz vor Weihnachten hat Regensburgs Oberbürgermeister Schaidinger die Rampe vom Oberen Wöhrd zur Steinernen Brücke offiziell eröffnet. Viele haben sich gefreut, dass das Bauwerk noch termingerecht im alten Jahr fertig geworden ist und die Steinerne Brücke jetzt vom Oberen Wöhrd aus wieder barrierefrei erreichbar ist. Wenig begeistert ist Karl Brunnbauer, Vorsitzender der Arbeitsgeeminschaft "Selbst Aktiv – behinderte Menschen in der SPD" in der Oberpfalz.

REGENSBURG "Das Rampenbauwerk habe ich mir jetzt näher angeschaut und musste entsetzt feststellen, dass der neue Zugang zur Jahninsel nicht barrierefrei gestaltet wurde. Trotz mehrerer Briefwechsel mit dem Herrn Oberbürgermeister in der Angelegenheit und dem deutlichen Hinweis, dass doch bitte bei dem Neubau der Rampe auch der Zugang zur Jahninsel barrierefrei zu gestalten sei, hat man an den Bedürfnissen und den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention vorbei geplant und ausgeführt", so Brunnbauer.

Es sei sogar so, dass die Jahninsel über das neue Treppenbauwerk jetzt für betroffene Menschen schwieriger zu erreichen ist wie vorher. Gerade den gehbehinderten Menschen, den Rollstuhlfahren, den Eltern mit Kinderwagen aber auch den Seniorinnen und Senioren, die sich nicht mehr so leicht mit dem Treppensteigen und Gehen tun, mute man einen 200 Meter langen Umweg über einen Schotterweg zu die Jahninsel erreichen zu können. "Mit etwas mehr Kreativität und planerischem Geschick wäre es aus meiner Sicht auf einfache Weise möglich gewesen einen barrierefreien und kostengünstigen Zugang zur Jahninsel für alle Menschen zu schaffen. Außerdem entspricht der Neubau des Inselzugangs nicht der heutigen Rechtslage die eindeutig besagt, dass bei größeren Sanierungen und Neubauten im öffentlichen Bereich auf Barrierefreiheit zu achten ist. Mit dieser Ausführung des Jahninselzugangs wurde in Regensburg wieder einmal eine große Chance vertan eine gleichberechtigte, selbstbestimmte und barrierefreie Teilnahme am Leben für alle Menschen zu verwirklichen. Ein neues kreativeres Denken ist in den Köpfen der Planer und Verantwortlichen der Verwaltungen im Zusammenhang mit Inklusion und Barrierefreiheit leider immer noch nicht vorhanden."

Es sei auch nicht erkannt worden, dass das Beseitigen von Barrieren für betroffene Menschen immer auch eine Erleichterung für nicht betroffene und gesunde Menschen ist.


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