01.01.2017, 11:33 Uhr

Jahresschlussandacht im Passauer Dom: Aus der Angst und der Unruhe in die Innerlichkeit

Foto: Pressestelle Bistum PassauFoto: Pressestelle Bistum Passau

Die Ängste unserer Zeit und der Glaube als ein Weg, sich nicht von ihnen einnehmen zu lassen, hat Bischof Stefan Oster SDB in seiner Predigt zum Jahresschluss im Passauer Dom in den Mittelpunkt gestellt.

PASSAU Gleichzeitig stellte er eine Diagnose der Unruhe, die in uns stecke: Daraus helfe weniger die Sinnsuche zwischen Wellness und Esoterik, sondern, sich auf die Beziehung mit Gott einzulassen. „Es gibt einen großen Markt für Innerlichkeit“, stellte der Bischof fest, etwa im Wellnessgedanken oder einer Unzahl an spirituellen Angeboten, die auf die Suche nach sich selbst abzielten. „Doch das Problem ist: Das funktioniert alles nicht“, fand er klare Worte. Denn am Ich, an der Selbstbezogenheit, könne man sich nicht festhalten. Im Glauben sei das anders: „Der wichtigste Akt im Glauben ist Vertrauen. Darauf, dass ich nicht von etwas, sondern von jemandem gehalten werde.“ Christen hätten die Fähigkeit zu echter Innerlichkeit, so Oster. „Wenn man sich als Gläubiger überlässt, „dann räumt Gott auf: mit unseren kläglichen Versuchen der Selbsterlösung, aber auch mit unseren Sünden.“

„Die wichtigsten 15 Minuten Ihres Lebens“

Er zeigte einen konkreten Weg auch für „Anfänger“, wie er sagte, auf: Täglich 15 Minuten mit Gott zu verbringen, ruhig werden, danken für das Gelungene, um Vergebung für das Misslungene beten, in der Bibel lesen. „Es könnten die wichtigsten 15 Minuten Ihres Lebens werden“, sagte der Bischof. Vertrauen auf Gott sei auch ein Weg aus der Angst, die viele nachvollziehbar befällt angesichts der erschütternden Ereignisse in der Welt. Stefan Oster regte die Gläubigen an, sich nicht in ihr zu verlieren. „Wir sind von Ängsten bedrängt“, räumte er in der Predigt ein, „aber wir hören von Jesus immer wieder: Fürchtet Euch nicht. Er sagt es an den entscheidenden Stellen.“

Ein Jahr zwischen Freude und tiefer Trauer

Im vollen Dom wurde auch auf das Jahr im Bistum zurückgeblickt – mit Tagen der Freude und Tagen der Trauer. Es konnten wunderbare kirchliche Feste gefeiert werden, in denen das Feuer des Glaubens so richtig greifbar und tief zu spüren war, etwa in der ersten Maria-Hilf-Woche. Das Bistum hat aber auch Tage erlebt, in denen tiefe Fassungslosigkeit herrschte: Man denke an die Flut, die wiederum eine Welle der Hilfsbereitschaft der Menschen erleben ließ.


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