07.08.2020, 10:30 Uhr

Jahrelang ging‘s bergauf, dann kam Corona Einbruch der Besucherzahlen macht dem Ergomar schwer zu schaffen


Der Einbruch bei den Besucherzahlen im Ergomar in Ergolding (Lkr. Landshut) ist in diesem Jahr erheblich.

Ergolding. Das Ergomar in Ergolding schlägt Alarm: Die Besucherzahlen sind wegen der Corona-Pandemie heuer eingebrochen. Der finanzielle Schaden ist erheblich.

Kürzlich konnte sich der Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier (CSU) vor Ort über die Situation in der Bade- und Saunawelt informieren. Ein großer Wehrmutstropfen sei der deutliche Rückgang der Besucherzahlen und die dadurch entstandenen Mindereinnahmen, erklärte Ergomar-Betriebsleiter Christian Wuschek. „Seit Bestehen des ERGOMAR wurden die Besucherzahlen bisher Jahr für Jahr deutlich gesteigert. 2020 wird voraussichtlich das Jahr mit den geringsten Besucherzahlen. Bis August fehlen aktuell im Freibad 30.000, in der Badewelt 41.000 und in der Sauna 13.000 Besucher. Dies, so Wuschek weiter, zeige sich auch auf der Einnahmenseite: Aktuell würden rund 800.000 Euro aus Eintrittsgeldern, Gastronomie und Kursgebühren fehlen.

„Die Sauna haben wir für vier Tage wieder in Betrieb genommen, um zu sehen, wie groß die Nachfrage ist“, schilderte Wuschek. Das Ergebnis war ernüchternd: Von Freitag bis einschließlich Montag nutzten insgesamt nur 80 Personen die Saunalandschaft. Daher hätten sich die Verantwortlichen des Ergomar dazu entschlossen, vorerst auf eine Öffnung zu verzichten. „Voraussichtlich wird die Sauna erst wieder zum Ende der Freibadsaison geöffnet“, so Wuschek.

Beim Rundgang durch Innen- und Außenbereich machte sich Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier ein Bild von der Eingangssituation. Wuschek zeigte ihm dabei auch das neue E-Ticket. Das wurde nach dem Corona-Lockdown eingeführt, um den Einlass zu entzerren. „Man kann sich nun schon im Vorfeld ein Ticket buchen, um Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden. Über die Homepage www.ergomar-ergolding.de können Besucher schon zwei Tage im Vorfeld ihren gewünschten Badetag auswählen und mittels Ausdruck oder QR-Code auf dem Handy ihr Einlass-Ticket buchen. Auch können die Besucher hier bereits das Zeitfenster auswählen, wann sie das Bad besuchen wollen“, erläuterte Wuschek.

Gut und übersichtlich fand Radlmeier die Beschilderung mit den aktuellen Hygieneregeln auf großen Bannern im Freibadbereich sowie die Regelungen der Schwimmrichtung im Sportbecken des Freibads. Laut Bürgermeister Andreas Strauß komme die Einteilung in Bahnen für Schwimmer unterschiedlicher Geschwindigkeiten sehr gut bei den Badegästen an. Viele hätten auch bereits angefragt, ob man diese Regelung nicht für die Zukunft beibehalten könne.

„Wir setzen alles daran, um gut durch die Krise zu kommen und den Besuchern ein möglichst unbeschwertes Badevergnügen bieten zu können“, so Ludwig Baumann, Vorstand des Kommunalunternehmens. Der Lockdown sei absolut richtig gewesen und im Ergoldinger Bad relativ problemlos verlaufen. Bereits einige Wochen vor dem Lockdown habe man sich Gedanken über eine mögliche Schließung gemacht. Daher waren die Planungen für ein geordnetes Runterfahren des Betriebs bereits vor dem offiziellen Stichtag abgeschlossen und das ERGOMAR konnte zum Schutz von Besuchern und Mitarbeitern in einen freiwilligen vorgezogenen Lockdown gehen. „Die Zeit der Schließung konnte dank Vorausplanung ebenfalls sinnvoll genutzt werden und viele Arbeiten, die sonst während der Revision im September passieren, wurden vorgezogen“, führte Wuschek aus.

Dem Abgeordneten gaben die ERGOMAR-Verantwortlichen mit auf den Weg, dass man für alle Änderungen im Betrieb ausreichend Vorlaufzeit brauche. Die Möglichkeit, wieder zu eröffnen, sei etwa sehr kurzfristig erfolgt. Ein besserer Informationsfluss von den Ministerien zu den Gemeinden sei daher wichtig.


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