17.10.2019, 15:33 Uhr

Gastspiel des KUSZ-Theater Tittmoning „Wind in den Pappeln“ im Bürgersaal

Laiendarsteller oder nicht, die drei Herren, die zusammen sogar über zweihundert Jahre auf dem Buckel haben, lassen die Zuschauer sich prächtig amüsieren, aber auch nachdenklich aus dem Saal gehen. (Foto: Poschmann-Reichenau)Laiendarsteller oder nicht, die drei Herren, die zusammen sogar über zweihundert Jahre auf dem Buckel haben, lassen die Zuschauer sich prächtig amüsieren, aber auch nachdenklich aus dem Saal gehen. (Foto: Poschmann-Reichenau)

Das Tittmoninger Erfolgsstück von Gérald Sibleyras in der Regie von Marc Bouvet

BURGHAUSEN. Die mehrfach ausgezeichnete Boulevardtragikomödie „Wind in den Pappeln“ kommt in der Inszenierung des Tittmoninger Laientheaters KUSZ am Mittwoch, 23. Oktober um 20:00 Uhr in den Bürgersaal. Unter der Regie von Marc Bouvet zeigen die drei Laiendarsteller Hans Götz, Peter Boergen und Petrus Weißmüller ihr ganzes mimisches und komödiantisches Können nun auch in Burghausen.

Unter allem Witz und auch Klamauk erzählt das Dreipersonenstück „Wind in den Pappeln“, das nur vordergründig eine Komödie ist, vor allem vom Altwerden, von Einsamkeit und davon, wie nötig man da Freundschaft, Menschlichkeit und Selbstachtung hat – und einen Rest Sehnsucht. Hauptpersonen sind die drei Kriegsveteranen René, Gustave und Ferand, die in ihren Charakterzügen kaum unterschiedlicher sein könnten. In einem verwirrenden Wechselspiel, garniert mit jeder Menge hohlem Pathos, Maulheldentum, verbalen Scharmützeln, maskulinen Eifersüchteleien, amourösen Fantasien, großmannssüchtigen Posen und grotesker Situationskomik wird vor dem Publikum in fünf wechselvollen Akten ein „Kleinkrieg“ dargeboten, in dem ein ständig präsenter Hund, über dessen Vitalität Uneinigkeit besteht, eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

Drei Korbstühle, ein altes Armeezelt, eine Nationalfahne, eine steinerne Hundeskulptur und ein angedeuteter Eingang zur Residenz des noblen Seniorenheims für Kriegsveteranen sind alle Requisiten, die in diesem Stück benötigt werden, um die hintere Terrasse darzustellen, auf der die drei alten Herren täglich ihre Nachmittagsstunden verbringen, während sie sich liebevoll zanken. Der hochdekorierte Oberst aus dem alten Adel Gustave, dem die sozialen Aspekte in seinem Leben, wenn überhaupt, eher von kleinerer Bedeutung sind und der verschmitzte und nervös trippelnde Ferand, der aufgrund eines Granatsplitters in seinem Kopf immer wieder mit unregelmäßigen Ohnmachts-Anfällen beschert wird, sehen täglich sehnsüchtig den Pappeln auf dem Hügel in der Ferne zu, wie sich in einem Wind bewegen, der aber auf der Terrasse nicht zu spüren ist. René, ein aufrechter, soignierter Herr aus dem Bürgertum, der sich trotz seines vom Krieg versteifen Beins die täglichen Spaziergänge ins nahegelegene Dorf nicht entgehen lässt, hält nicht viel von den Pappeln. Doch als wegen der Renovierung der vorderen Terrasse Eindringlinge zu befürchten sind, wird dieser Hügel das Ziel ihres gemeinsamen Fluchtplans „Operation Pappeln“. Rund um diesen Plot liefert das Stück komisch verdrehte Dialoge, pointierte Anekdoten und auch gelungene Slapstick-Szenen.

Karten gibt es im Burghauser Bürgerhaus, Tel. 08677/97400, in der Burghauser Touristik, Tel. 08677/887140 und an der Abendkasse.

Beginn ist 20 Uhr.


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