21.10.2019, 17:06 Uhr

Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen Kein Weg ist zu weit, um sein einziges Kind noch einmal in die Arme zu nehmen

(Foto: Zimmermann/Malteser)(Foto: Zimmermann/Malteser)

Sylvia Schulz ist klar, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Der Eierstockkrebs und die damit einhergehenden Behandlungen haben sie stark gezeichnet. Fünf Jahre schon hat die 68-Jährige ihren einzigen Sohn nicht mehr gesehen. Bei ihrer letzten Begegnung sind sie nicht gerade im Guten auseinandergegangen. Ihr dringlichster Wunsch war deshalb, sich mit ihm zu versöhnen.

DEGGENDORF Alle pflegerischen Mitarbeiter der Palliativstation bereiteten diese kräftezehrende Reise der geschwächten Patientin mit großem Engagement vor. Dank zügiger und behutsamer Fahrweise und liebevoller pflegerischer Betreuung durch eine medizinische Begleitung und die Malteser bewältigte Sylvia Schulz die Anstrengung gut. Am Zielort angekommen konnte die 68-Jährige nicht nur ihren Sohn, sondern zu ihrer großen Freude, auch ihre zukünftige Schwiegertochter in die Arme nehmen. In einigen vertraulichen Stunden wurden versöhnende Gespräche geführt und bestehende Missverständnisse aufgelöst. Karin Zimmermann von den Maltesern zeigte sich beeindruckt: „Schwer krank macht sich Frau Schulz auf den Weg um ihren Sohn noch einmal zu sehen. Da lag ihr wirklich was auf dem Herzen und das musste noch erledigt werden.“

Zurück in Deggendorf bedankte sich Sylvia Schulz: „Das war der schönste Tag in meinem Leben! Danke, dass ihr das möglich gemacht habt“. Sylvia Schulz schmiedete auf der Rückfahrt Pläne für ein nächstes Wiedersehen – wohlwissend, dass daraus wohl nichts mehr wird. Ihre Lebenserwartung liegt bei wenigen Wochen.

Schwerstkranken und sterbenden Menschen in all ihren Dimensionen beizustehen, ist erklärtes Anliegen des Herzenswunsch-Krankenwagens. Der Dienst ist spendenfinanziert und wird rein ehrenamtlich durchgeführt. Für Udo Eiling war es die erste Fahrt mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen. Im Vergleich zu Rettungsdienstfahrten hat er diesmal eine viel emotionalere Bindung zur Patientin aufgebaut. Wohl auch deshalb, weil ihm während der Fahrt bewusst war, dass Sylvia Schulz bald aus dem Leben gehen wird und die Malteser ihr einen letzten Wunsch erfüllen: „Ich möchte mich bei unserem Gast für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Es war uns eine Ehre, dass wir diese Fahrt durchführen durften.“

Der Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser erfüllt letzte Wünsche und bringt unheilbar kranke Menschen an einen Ort ihrer Wahl. Seit mehreren Jahren haben die Malteser deutschlandweit an 16 Standorten einen Herzenswunsch-Krankenwagen. Die Fahrt ist für die Menschen kostenlos und der Dienst wird rein über Spenden finanziert. Spenden sind im online unter www.malteser-deggendorf.de möglich oder auch gerne an Rebecca Marchese per Mail an rebecca.marchese@malteser.org.


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