09.10.2019, 12:47 Uhr

Welt-Rheumatag Rheuma hat 100 Gesichter

(Foto: Andrey Popov/123rf.com)(Foto: Andrey Popov/123rf.com)

Immer mehr Patienten in Bayern. Auch junge Menschen von Arthritis betroffen.

DEGGENDORF Immer mehr Menschen erkranken in Bayern an Rheuma. Eine aktuelle Auswertung von Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse anlässlich des Welt-Rheumatages am 12. Oktober 2019 zeigt, dass die Zahl der Betroffenen von 2007 auf 2018 um 30 Prozent angestiegen ist. Bayern liegt damit unter dem bundesweiten Plus von 34 Prozent.

Die Krankheit hat über 100 Gesichter. Eine der häufigsten Formen von Rheuma ist die rheumatoide Arthritis – eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die dauerhaft, also chronisch ist. Die fortschreitende Gelenkentzündung zählt zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem irrtümlich den eigenen Körper angreift. In der Folge kommt es zu Entzündungsreaktionen insbesondere der Gelenke. Laut Deutscher Rheuma-Liga sind Frauen im Vergleich zu Männern drei Mal häufiger betroffen. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, verstärkt aber meistens nach dem 50. Lebensjahr bei Frauen, bei Männern zehn Jahre später. Diese Angaben decken sich überwiegend mit den Zahlen der KKH.

Rheuma tritt laut KKH-Daten vor allem nach dem 40. Lebensjahr auf. Besonders betroffen sind die 70- bis 79-Jährigen (plus 21 Prozent) sowie die 80- bis 89-Jährigen (plus 30 Prozent). Aber auch bei den 19- bis 29-Jährigen gab es von 2007 auf 2018 einen Anstieg um 14 Prozent. In Einzelfällen kann die Erkrankung auch bei Kindern auftreten. Die Symptome sowie deren Verlauf sind bei Betroffenen unterschiedlich. In der Regel sind mehrere Gelenke zum Beispiel der Finger, Hände oder Zehen dauerhaft entzündet, geschwollen und gerötet. Nach und nach verformen sie sich und können versteifen. Auch die Muskelkraft nimmt ab, sodass Patienten zum Beispiel Schwierigkeiten beim Anziehen oder beim Essen mit Messer und Gabel haben. Rheuma kann sehr schmerzhaft sein und neben Gelenken im späteren Stadium auch Blutgefäße, innere Organe oder die Augen beeinträchtigen. Hinzu können Müdigkeit, Schwäche und tiefe Erschöpfung kommen.

„Unbehandelt zerstört die Krankheit in der Regel die Gelenke“, sagt Robert Deindl vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Deggendorf. „Daher ist es wichtig, dass eine Arthritis frühzeitig erkannt und behandelt wird.“ Da Anfangsbeschwerden wie Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber oft unspezifisch sind, ist das nicht immer leicht.

Eine rheumatoide Arthritis schreitet meist langsam über Jahre voran. Heilbar ist sie bisher nicht. Es gibt aber Möglichkeiten, Rheuma in den Griff zu bekommen – beispielsweise medikamentös oder mittels Physiotherapie kombiniert mit Sport wie Radfahren oder Schwimmen. „Dadurch können die Entzündung gehemmt, Schmerzen gelindert, das Fortschreiten der Erkrankung verzögert und so die Lebensqualität Betroffener erhöht werden“, erklärt Robert Deindl.


0 Kommentare