19.01.2019, 16:28 Uhr

Auf Menschen übertragbar Tierseuche bei einem Feldhasen entdeckt

Bei einem Feldhasen aus dem Landkreis Altötting wurde die Tierseuche Brucellose festgestellt

LANDKREIS. Der Hase, der vom Verhalten und vom äußeren Erscheinungsbild her zunächst unauffällig war, wurde kürzlich bei einer Treibjagd im Raum Burgkirchen erlegt. Aufgrund von auffälligen knotig-eitrigen Veränderungen, die nach dem Aufbrechen an den Innereien festgestellt worden sind, wurde der Hase vom zuständigen Revierinhaber dem Veterinäramt übergeben und schließlich an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur eingehenden Untersuchung überstellt.

Vom LGL wurde jetzt eine Brucellose-Infektion bestätigt. Untersuchungen auf andere spezifische Hasenkrankheiten, wie zum Beispiel die Hasenpest (Tularämie) verliefen negativ.

Bei der Brucellose handelt es sich um eine weltweit vorkommende Infektionserkrankung, die als Zoonose auch auf den Menschen übertragbar ist. Erreger sind Bakterien der Gattung Brucella (B.) von denen es mehrere Unterarten gibt. Bei einer Erkrankung können beim Menschen bereits nach wenigen Tagen unter Anderem wechselhaftes Fieber, Übelkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Nachtschweiß auftreten.

Die Brucellose wird als anzeigepflichtige Tierseuche speziell bei den Klauentieren (Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen) durch fest etablierte staatliche Untersuchungsprogramme seit über 50 Jahren strikt bekämpft. Dadurch soll auch eine Übertragung des Erregers auf den Menschen über tierische Lebensmittel verhindert werden, wenn diese trotz vielfacher Empfehlungen dennoch roh verzehrt werden.

Beim Kochen und Durcherhitzen von Speisen werden eventuell vorhandene Brucellose-Bakterien abgetötet und stellen dann keine Gefahr mehr für den Verbraucher dar. Deutschland ist innerhalb der EU als frei von Rinder-, Schaf- und Ziegenbrucellose anerkannt. Dennoch wird die Bestandsmilch von milchliefernden Rinderbetrieben weiterhin turnusmäßig zweimal jährlich auf Brucellose untersucht.

Da die Brucellose gelegentlich bei Wildtieren auftreten kann, gelten die Jäger als besonders gefährdeter Personenkreis, wenn sie beim Aufbrechen erkrankter Tiere mit dem Erreger direkt in Kontakt kommen. Ebenso ist beim Berühren von verletztem oder getötetem Unfallwild eine gewisse Vorsicht geboten. Über Wildtiere kann die Krankheit zudem auch in Nutztierbestände eingeschleppt werden. Wildtiere mit auffälligen krankhaften Veränderungen sollten daher einer eingehenden Untersuchung zugeführt werden.

Für weitere Fragen steht das Veterinäramt gerne unter Tel. 08671/502-801 zur Verfügung


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