15.05.2019, 11:37 Uhr

„Mama, warum hat er mich gebissen?“ Freilaufender Hund beißt Kind (6) in den Unterleib – Krankenhaus

Nach der Hunde-Attacke in Straubing lag der Sechsjährige mit Unterleibsverletzungen mehrere Tage im Krankenhaus (Foto: privat)Nach der Hunde-Attacke in Straubing lag der Sechsjährige mit Unterleibsverletzungen mehrere Tage im Krankenhaus (Foto: privat)

Ein dramatischer Zwischenfall hat sich in Straubing ereignet: Ein kleiner Bub (6) wurde von einem freilaufenden Hund attackiert und in den Unterleib gebissen.

STRAUBING Für den kleinen Lukas (Name geändert) aus Straubing sollte es ein fröhlicher, unbeschwerter Tag werden. Stattdessen ereignet sich an jenem Mittwoch nach Ostern ein Drama. Der Sechsjährige wird vom Nachbarshund schwer verletzt. Mehrere Tage muss der Bub im Krankenhaus verbringen!

Es ist der 24. April. Lukas‘ Bruder (8) hat Geburtstag. Gemeinsam mit ihrem Vater lassen die beiden Jungs auf dem Spielplatz in Straubing-Kagers das Geburtstagsgeschenk, einen Minihubschrauber, in die Lüfte steigen. Auf dem Heimweg, es ist etwa 9.30 Uhr, plaudern sie kurz mit dem Nachbarn. Dann nimmt das Unglück seinen Lauf: Während sie vor dem Grundstück stehen, kommt in ihrem Rücken die Lebensgefährtin (29) des Nachbarn mit ihrem Hund vom Gassigehen zurück. Der Vierbeiner, ein Mischling, läuft auf den kleinen Lukas zu – und beißt zu.

Es sind dramatische Augenblicke. Der Papa des kleinen Lukas kann nicht mehr rechtzeitig eingreifen, schreit aus Angst um seinen Sohn. Der Hund lässt schließlich von dem Sechsjährigen ab.

Welche gravierenden Folgen der Angriff des Vierbeiners hat, ist zunächst nicht klar. Lukas läuft sofort die wenigen Meter nach Hause. „Er war ganz blass und hat geweint“, erinnert sich seine Mutter. Der Sechsjährige geht leicht gebeugt, hält beide Hände zwischen seine Beine. „Warum hat er mich gebissen?“, stammelt er.

Als die 35-Jährige die Hose ihres Sohnes auszieht, ist sie schockiert: „Da war alles voller Blut“, erzählt sie. Sie alarmiert sofort den Rettungsdienst, nach der Erstversorgung wird der Junge in ein Regensburger Krankenhaus eingeliefert. Das Kind hat erhebliche Verletzungen am Penis erlitten. Die Fleischwunden müssen genäht werden, Lukas wird vier Tage stationär behandelt. „Gott sei Dank waren die Bisswunden nicht zu tief“, sagt die Mutter. Dennoch sei derzeit völlig unklar, ob es Spätfolgen geben werde.

Inzwischen ist Lukas wieder zu Hause. Er kann zwar gehen, aber sportliche Aktivitäten, etwa Fußballspielen oder Fahrradfahren, sind auch fast drei Wochen nach dem Vorfall tabu.

Wie es genau zu der Attacke kommen konnte, ist unklar. Laut Angaben im Polizeibericht soll der Hund aus seinem Halsband geschlüpft sein und dann den Jungen gebissen haben. Der Vater des Opfers stellt es anders dar: der Hund sei von Haus aus nicht angeleint gewesen und habe auch kein Halsband getragen.

Die Eltern von Lukas haben Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung erstattet. Ihre Forderung: Den Nachbarn müssen umgehend Auflagen gemacht werden, dass der Hund nur noch angeleint und mit einem Maulkorb ausgeführt werden darf. Es gehe ihnen dabei nicht nur um den Schutz ihrer eigenen Kinder, sondern auch um die Sicherheit anderer Anwohner in der Gegend, erklärt die Mutter.

Denn dramatische Ereignisse wie beim kleinen Lukas sollen sich niemals wiederholen.


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