31.07.2020, 15:32 Uhr

Politik Lappersdorfs Bürgermeister wehrt sich gegen Fake-News – anonymer Briefeschreiber gibt sich als „Marktrad“ aus


Er sei „neugewählter Marktrad in Lappersdorf“ (Fehler im Original). Und nun sei ein Beschluss gefasst worden, „der mich nicht zur Ruhe kommen lässt“. Angeblich, so der Schreiber des Briefes, habe der Marktrat von Lappersdorf die Grundsteuer massiv erhöht – und das auch noch in Corona-Zeiten!

Lappersdorf. Immer wieder erreichen anonyme Briefe die Redaktion – einige wandern direkt in den Papierkorb, andere geben Anlass zur Recherche. So auch am Montag, 27. Juli, als ein Brief des angeblichen Mitglieds des Lappersdorfer Marktrates seinen Unmut über eine angebliche Entscheidung kundtut. In Zeiten, in denen wegen der Corona-Krise staatliche Hilfen gewährt werden, „erhöht der Markt Lappersdorf die Grundsteuer von 100 auf 300 Prozent und rückwirkend sieben Jahre“, so die Mitteilung. Er selbst, so der Verfasser des Schreibens, habe sich „in den Marktrad wählen lassen, um die Bürger zu unterstützen, um ihnen zu helfen“. Nun aber zwinge ihn der Fraktionsdruck bei den Freien Wählern dazu, diesen Beschluss mitzutragen.

Nachgefragt bei Lappersdorfs Bürgermeister Christian Hauner ergibt sich eine ganz andere Situation. Zunächst ist es still am anderen Ende der Leitung. Hauner mag kaum glauben, was ihm da gerade vorgelesen wurde. In der neuen Wahlperiode seit dem 1. Mai habe man sich noch gar nicht mit der Frage nach der Grundsteuer befasst, schildert Hauner. Der Haushaltsplan für das Jahr 2020 sei im Januar beschlossen worden, der für 2021 sei noch nicht einmal in der Vorbereitung. Hier müsse man letztlich abwarten, wie sich die Folgen der Corona-Pandemie auswirken, erst dann könne man über die Frage nachdenken, wie der Haushalt für das Jahr 2021 aussehen soll. Und erst dann mache man sich Gedanken über die Hebesätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer. Eine Erhöhung der Hebesätze stehe aktuell auch nicht im Raum. Im Jahr 2019 habe man die Hebesätze für die Grundsteuern von 300 auf 320 Prozentpunkte erhöht – „100 hatten wir noch nie“, meint Hauner.

Seltsam findet es Hauner auch, dass sich der Verfasser des Briefes als Mitglied der Freie-Wähler-Fraktion ausgibt. Denn: Hauner gehört selbst den Freien Wählern an. Er berichtet, dass es in seiner Fraktion niemanden gebe, der so handeln würde. Man würde keine anonymen Briefe schreiben, sondern ein Problem ansprechen und es so aus der Welt schaffen, „soweit kenne ich meine Leute“, sagt Hauner.

Wer auch immer diesen Brief geschrieben hat – in die Zeitung hat er es damit geschafft, Unfrieden in Lappersdorf aber wird er nicht erzeugen können!


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