12.06.2019, 10:18 Uhr

Nest ohne Erlaubnis entfernt Heimatlose Störche in Ramspau bauen an einem neuen Nest

In vielen Orten brüten Storchenpaare, meist freut man sich darüber. Nicht so in Ramspau ... (Foto: Ursula Hildebrand)In vielen Orten brüten Storchenpaare, meist freut man sich darüber. Nicht so in Ramspau ... (Foto: Ursula Hildebrand)

In Regenstauf rumort es – sowohl vom Kulturhaus als auch vom Kirchendach wurde je ein Storchennest entfernt. Im ersten Fall, dem Kulturhaus in Regenstauf, ging alles mit rechten Dingen zu, beim Horst auf der Kirche im Ortsteil Ramspau allerdings nicht ...

REGENSTAUF „Die Entfernung des Storchennestes auf dem Kulturhaus in Regenstauf war durch die Regierung der Oberpfalz genehmigt. Grund hierfür war, dass durch die Bautätigkeit der Störche auf dem Abgaskamin eine Gefährdungslage eingetreten war“, so das Landratsamt auf Wochenblatt-Anfrage. Da noch keine Bruttätigkeit zu verzeichnen war, sei die Entfernung kein Problem gewesen. „Da das Storchenpaar erst mit der Nestanlage begonnen hatte, war angesichts der fortgeschrittenen Brutsaison nicht mehr mit einem ernsthaften Brutversuch zu rechnen.“ Konsequenzen hat das ganze aber trotzdem: „Für die kommende Saison im nächsten Jahr hat die Regierung die Bereitstellung eines geeigneten Ersatzhorstes angeordnet.“ Hier werden die Störche also im kommenden Jahr eine neue Heimat finden.

Im Fall der Kirche verhält es sich aber anders: „Die Entfernung eines Nestes ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. In Ausnahmefällen kann die Entfernung eines Nestes genehmigt werden. Die Zuständigkeit für die Erteilung einer solchen Ausnahmegenehmigung liegt bei der Regierung der Oberpfalz. Diese hat uns nach Rücksprache mitgeteilt, dass im vorliegenden Fall keine entsprechende Genehmigung angefragt oder erteilt wurde“, so das Landratsamt.

Die Behörde hatte sich vor Ort angesehen, was dort genau geschehen ist. Nun stehen eine Geld- oder Freiheitsstrafe im Raum, bestätigt das Landratsamt. Diese drohen anhand der Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes. Hier stehe man im engen Kontakt mit der Regierung „und prüft den Sachverhalt und das weitere Vorgehen“.

Tom Aumer nimmt im Namen des LBV-Kreisgruppe Regensburg Stellung: „Wir waren nicht darüber informiert, dass dieser Storchenhorst entfernt werden soll. Die Information, dass er entfernt wird, erreichte uns gestern (leider zu spät). Die Vertreter der Ramspauer Kirche haben uns erst heute Morgen, 7. Juni, kontaktiert. Wir haben kein Verständnis für diese Aktion und fordern, dass ein Ersatzhorst auf der Kirche angebracht wird.“

Letzteres nahmen die Störche bereits selber in Angriff. Die Störche lassen sich nicht beirren, sie haben bereits damit begonnen, ihren Horst an der gleichen Stelle wieder zu bauen – diesmal gut beobachtet von Vogelschützern und Bürgern. So schnell also wird das Nest nicht mehr verschwinden.


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