07.08.2020, 15:25 Uhr

So planen die Faschingshochburgen „Wo Alkohol getrunken wird, funktioniert kein Hygienekonzept“


Der Fasching wackelt: Landshut hat schon abgesagt – Vilsbiburg, Pfeffenhausen und Geisenhausen planen abgespeckte Versionen. Das Wochenblatt hat mit den Verantwortlichen gesprochen.

Landkreis Landshut. Es ist definitiv die lustige und ausgelassenste Jahreszeit, auf die viele sich schon Monate vorher freuen und nicht verzichten möchten: der Fasching. Doch aufgrund der Corona-Pandemie zittern die hiesigen Narren, der Fasching im Landkreis Landshut wackelt massiv. Die Narrhalla Landshut hat vor wenigen Tagen bereits die Reißleine gezogen und die Faschingssaison abgesagt – wie übrigens auch die Narrhalla Mainburg. Derweil hat man in Geisenhausen, Pfeffenhausen und Vilsbiburg zumindest ein Fünkchen Hoffnung, das närrische Treiben in einer abgespeckten Version durchführen zu können.

„Auch wenn ich zum jetzigen Stand keine großen Hoffnungen habe, planen wir zumindest so, dass wir etwas machen könnten“, sagt Martin Berzl, Präsident der Narrhalla Vilsbiburg. Die Mitglieder und Gäste hätten traditionell eine große Erwartungshaltung. Daher habe man entschieden, statt der Inthronisation zumindest einen Schwarz-Weiß-Ball zu planen – genauso wie die Beachparty und den Unsinnigen Donnerstag.

Berzl zum Wochenblatt: „Wir stellen ein Grundgerüst auf, um kurzfristig reagieren zu können und vorbereitet zu sein. Wir wollen einen Plan B haben.“ Statt eines großen Programms seien nur Auftritte von Garde und Kindergarde geplant. Über allem stehe aber die Gesundheit. „Wir werden definitiv kein Risiko eingehen!“, so Berzl.

Vor wenigen Tagen haben die Pfeffenhausener Narren getagt. „Eine Absage ist die allerletzte Option“, sagt Präsident Bernhard Steimle. „Wir wollen versuchen, dass der Fasching nicht komplett ausfällt.“ Allerdings seien Umzüge unrealistisch, selbst mit Auftritten bei Bällen rechne man nicht. Steimle: „Bei beschränkten Teilnehmerzahlen werden die Veranstalter schauen, dass der Ball voll ist. Da bleibt dann kein Spielraum mehr für einen Auftritt der Narrhalla.“

Man werde den Terminkalender abarbeiten, „aber da wird es wohl viele Absagen geben. Darum werden wir auf Geschäftsleute und Faschingsgönner zugehen. Die Idee ist, zu den Leuten ins Freie oder die Garage oder Halle zu kommen“, so Bernhard Steimle. Die Aktiven stehen derweil in den Startlöchern: Die Showtanzgruppe trainiert ab 18. August, die Garde ab 1. September und das Männerballett wird wie gewohnt im November einsteigen. „Wir hätten sogar ein Prinzenpaar für diesen Fasching, das aber auch für das Jahr darauf parat steht.“ Steimle plant, sich in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig mit Bürgermeister Florian Hölzl auszutauschen.

In Geisenhausen laufen ähnliche Vorkehrungen für einen „Light-Fasching“. Präsidentin Vanessa Kröller: „Garde, Jugendgarde und Kindergarde trainieren und studieren neue Tänze ein. Allerdings muss man sehen, wie sich die Situation darstellt und ob Auftritte überhaupt Sinn machen.“

Auch die Tollemogei werde kein Risiko eingehen, und die Präsidentin selbst habe „kein gutes Gefühl“. Denn, so Vanessa Kröller weiter: „Wo Alkohol getrunken wird, funktioniert kein Hygienekonzept!“ Und dass in Geisenhausen ausgelassen Fasching gefeiert werde, sei Tradition. „Wir können nur spekulieren und bräuchten eigentlich eine Glaskugel.“ Nach der Generalversammlung Ende August wolle man sich im September mit der Gemeinde besprechen. „Wir müssen einfach noch abwarten.“

Nicht mehr gewartet hat dagegen die Narrhalla Landshut. „Unter den gegebenen Voraussetzungen ist es uns leider nicht möglich, einen Fasching 2021 zu planen“, sagt Präsident Mario Huber. „Es ist einfach ein zu großes Risiko, auch in finanzieller Hinsicht.“ In der Vorbereitung steckten viel Aufwand und einige Euros. Zudem wolle man einer Tanzgruppe und einem Prinzenpaar einen schönen Fasching bieten. Dies könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantieren. Mario Huber zum Wochenblatt: „Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Bälle, Umzüge usw. stattfinden dürfen. Wir hoffen, dass wir dann 2022 endlich wieder feiern dürfen.“


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