05.08.2020, 09:43 Uhr

„Bittere Nachrichten“ Noch mehr Corona-Infizierte in Mamming


Nächster Corona-Schock in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau): Nach einem Gemüsehof ist zusätzlich auch ein verarbeitender Betrieb von einem massiven Ausbruch betroffen.

Mamming/Landshut. Die Corona-Situation in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) hat sich weiter verschärft: Auf dem Gemüsehof, auf dem in der letzten Woche zunächst 178 Erntehelfer positiv getestet worden waren, sind 52 weitere Saisonarbeitskräfte infiziert. Die Gesamtzahl in dem Betrieb stieg somit auf 232 Personen.

Nach dem Massenausbruch sind in den letzten Tagen sämtliche Saisonarbeitskräfte im Landkreis Dingolfing-Landau getestet worden. Dabei stellte sich heraus, dass ein weiterer Betrieb in Mamming schwer von Corona heimgesucht worden ist . Wie das Landratsamt bekannt gab, hat sich in einer Konservenfabrik im Gemeindegebiet die Zahl der infizierten Mitarbeiter bis Dienstagvormittag auf 166 erhöht. „Der gesamte Betrieb ist vorübergehend stillgelegt, alle Saisonarbeitskräfte und auch fest angestellten Mitarbeiter dort – egal ob positiv oder negativ getestet – befinden sich in Quarantäne“, so eine Sprecherin des Landratsamts. Die Quarantäne gelte auch für zwei weitere Standorte des Betriebes mit insgesamt 130 Mitarbeitern, bis alle Zusammenhänge geklärt seien. Zu den massiv gestiegenen Fallzahlen sagte Dingolfing-Landaus Landrat Werner Bumeder: „Es war zwar zu erwarten, aber trotzdem sind es bittere Nachrichten.“

Ein Einsatzzug der Bayerischen Bereitschaftspolizei ist zur Kontrolle und Überwachung der Quarantänemaßnahmen nach Mamming geschickt worden. Das hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mitgeteilt. „Wir verstärken die Polizeipräsenz vor Ort, um die Einhaltung der Quarantäne sicherzustellen und Präsenz zu zeigen“, so Herrmann. Und weiter: „Die konsequente Einhaltung der Quarantäne ist entscheidend, um das lokale Infektionsgeschehen bestmöglich unter Kontrolle zu halten.“ Rund zwei Dutzend Polizisten des Einsatzzuges sind vor Ort. „Wir wollen alles dafür tun, dass sich die Pandemie dort nicht auf die umliegende Region ausbreitet. Wir hoffen, den Infektionsherd lokal eng begrenzen zu können“, erklärte Herrmann.

Bezogen auf das Infektionsgeschehen gibt es aber auch positive Nachrichten für den Landkreis. Bei den Reihentests bei Betrieben mit Saisonarbeitskräften stellte sich heraus: Insgesamt 24 Betriebe mit knapp 4.000 Mitarbeitern und auch die jeweiligen Landwirtsfamilien sind Corona-negativ. „Ich bin froh, dass sich bei so vielen Betrieben das Hygienekonzept bewährt hat und diese Betriebe Corona-frei sind“, sagte Bumeder bei einer Pressekonferenz am Sonntag. Erfreulich sei darüber hinaus, dass das Virus offensichtlich nicht in die Bevölkerung getragen worden sei. Bis Sonntag haben sich über 5.000 Bürgerinnen und Bürger freiwillig testen lassen. Bislang ergab sich hier kein einziger positiver Befund. „Das ist für uns ebenfalls eine sehr gute Nachricht“, erklärte der Landrat.


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