16.05.2018, 16:50 Uhr

Entwicklungshilfe Nepalhilfe Beilngries kann neue Schulen in Betrieb nehmen


Entwicklungshilfe in Nepal lässt sich nicht vom Schreibtisch aus erledigen. Diese wichtige Erkenntnis ist auch die Triebfeder für die regelmäßigen Projektreisen der Nepalhilfeverantwortlichen.

BEILNGRIES/LANDKREIS EICHSTÄTT So machten sich im Februar der Vorsitzende der Nepalhilfe Beilngries, Ralf Petschl, und seine Ehefrau Ingrid für eine Woche auf den Weg in das Himalayaland. Schon im Vorfeld war mit den lokalen Koordinatoren Sunil Shrestha und Shyam Pandit ein umfangreiches Programm abgestimmt worden. Das Erfreuliche dazu bereits vorab. Die erdbebenbedingten Sanierungsarbeiten an den 20 Schulen der Hilfsorganisation im Sindhupalchok-Distrikt laufen wie geplant. An deren 13 sind die Arbeiten mit einem Kostenaufwand von rund 800.000 Euro bereits abgeschlossen. Die restlichen sollen bis zum Jahresende 2019 folgen.

Einweihungen neuer Schulen

In dieser betroffenen Region liegt auch das neue Schulgebäude von Kubinde, erstes Ziel der Beilngrieser, um dort an den Einweihungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Abseits der erwähnten Erdbebenschäden und deren Behebung ist es das erste Projekt das die Nepalhilfe neu in Angriff nehmen konnte. Das zweistöckige Gebäude ergänzt das bestehende Schulhaus und bietet mit seinen sechs Klassenzimmern zusätzlichen Platz für bis zu 240 Schüler.

Eine weitere Einweihung gab es in dem Bergdorf Ratanpur im Distrikt Tanahun, westlich von Kathmandu in Richtung der Touristenmetropole Pokhara gelegen. Zwölf Monate nahm der Neubau des zweigeschossigen Bauwerks mit acht Klassenzimmern in Anspruch, für das 120.000 Euro aufzubringen waren. Künftig werden darin etwa 250 Kinder unterrichtet werden. Nach einer wahrlich abenteuerlichen Fahrt empfing sie Shyam Pandit, der dort geboren und aufgewachsen ist. Mit viel Herzblut hatte er gerade diesen Bau initiiert und begleitet, der das wahrlich in die Jahre gekommene Lehmgebäude ersetzt.

Nach der Ankunft aller Ehrengäste begleiteten sie Musikanten und Tänzer zur neuen Schule. Solche Feierlichkeiten lassen sich die Dorfbewohner natürlich nicht entgehen und so war der Schulhof bis auf den letzten Platz gefüllt. Es folgte ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Reden der Lokalpolitiker, aufgelockert durch Tanzeinlagen. Höhepunkt war die Eröffnung des neuen Schulgebäudes durch den Abgeordneten unter der Assistenz von Ralf und Ingrid Petschl. Eine Erinnerungstafel ziert fortan die Außenmauer des Gebäudes. Zur Freude der Schulleitung überreichte Ralf Petschl einen symbolischen Scheck über 10.000 Euro für die dringend benötigte Schulausstattung.

Überraschend und nicht minder beeindruckend war für die Beilngrieser das Zusammentreffen mit dem lokalen Frauenkomitee im Gemeindehaus. Nachdem viele Männer aus Ratanpur im Ausland arbeiten müssen, haben die Frauen auch deren Aufgaben übernommen. Sie übergaben ein Bittschreiben zur Finanzierung eines Wasserleitungsprojektes. Schließlich sind sie es, die das kostbare Nass auf beschwerlichen Wegen heranschaffen müssen. Ein Leitungssystem mit mehreren Entnahmestellen soll da künftig Abhilfe schaffen.

Trendige Klamotten und gute Bewertung

Natürlich stand auch der Besuch des Shaligram Kinderhauses auf dem Programm. Unter großem Hallo übergaben Ralf und Ingrid Petschl für jedes der Kinder ein Gastgeschenk in Form von modischen Kleidungsstücken. Auch das Zubehör für eine weitere Gartenschaukel und ein neuer Staubsauger fanden regen Beifall. Die Besucher hatten die Gelegenheit an einer Sitzung des Kinderhauskomitees teilzunehmen und erfuhren so auch von den geplanten Maßnahmen, wie etwa der Pflasterung des Hofes womit die Verschmutzung des Hauses verringert werden soll.

Wahrlich erfreulich war der Ausgang der Einladung ins Social Welfare Council (SWC), beim Sozialministerium. Dessen Bewertung muss sich das Kinderhaus der Nepalhilfe alle fünf Jahre stellen. Mehrere Tage ist dann ein Mitarbeiter vor Ort, beobachtet die Abläufe, unterhält sich mit dem Personal, prüft die Bücher und erstellt dazu seinen vielseitigen Evaluierungsbericht. Wie schon beim letzten Mal fiel das Ergebnis rundum sehr positiv aus und so zählt das „Shaligram Bal Griha“ mit zu den besten Einrichtungen seiner Art in Nepal, wie der leitende Direktor bekundete. Ein Resümee mit dem Ingrid und Ralf Petschl nach einer wahrlich ausgefüllten Woche auch beruhigt die Heimreise antreten konnten.


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