11.07.2018, 10:36 Uhr

Tierische Ziegen-Leidenschaft Gertrauds Goaßn-Gespann gibt Gas


Das Ziegen-Zwillingspaar Leo und Clara zieht das wohl einzige „Goaßen-Fuhrwerk“ in der Region. In Leobendorf bei Laufen sind die Tiere bekannt wie ein bunter Hund ...

LEOBENDORF. Leo und Clara sind ein super Gespann: Wenn das Bunte Deutsche Edelziegen-Geschwisterpaar das Geschirr für sein spezielles Leiterwagen-Fuhrwerk angelegt bekommt, gibt‘s kein Halten mehr: „Die beiden haben richtig Kraft, wollen marschieren und geben ordentlich Gas dabei. Gerne machen wir mit ihnen Ausflüge ins Schönramer Filz, um den Abtsdorfer See oder einfach rund ums Dorf“, sagt Ziegen-Besitzerin Gertraud Forster.

Individuell angepasstes Geschirr für die Goaßen

Ihre Idee war es auch, den Geißen ein eigenes Geschirr zu verpassen. „Das war gar nicht so einfach. Ich habe mich lange informiert und dann eines gekauft, das mein Mann Alois noch individuell anpassen und umbauen musste“, erklärt die Leobendorferin, die selbst als Reittherapeutin mit gehandicapten Menschen arbeitet. Sieht man den Forsters beim Einspannen der beiden Ziegen zu, wird schnell klar, dass sie ein eingespieltes Team sind. Kein Wunder, denn seit mittlerweile knapp 20 Jahren ist die Familie im Besitz von Ziegen. Inzwischen sind es sechs tierische Bewohner, die sich in ihrem Auslauf am großelterlichen Haus der Forsters tummeln: Ziegen-Oma Vroni mit stolzen 19 (!) Jahren, Mama Nannerl, die Zwillinge Leo mit Clara und Zicklein Anna und Basti.

„Als unsere Tochter und Nichte klein waren, haben sie uns mehr oder weniger zu den Goaßen überredet“, verrät Gertraud schmunzelnd. Papa Alois habe im ersten Moment wortwörtlich „keinen Bock“ auf die tierischen Bewohner gehabt, jetzt sieht er das alles ganz anders: „Die Tiere sind wirklich Teil unseres Lebens geworden. Vom ersten Tag an als sie klein waren, haben wir uns mit ihnen beschäftigt. Deswegen sind sie auch so zutraulich und menschenbezogen.“

„Ziegen sind Teil unseres Lebens geworden“

Daher sei es auch kein Problem, sie an den Leiterwagen, das Geschirr, oder an Packtaschen zu gewöhnen. Auch in Sachen Gewieftheit kann Gertraud das Sprichwort „dumme Ziege“ wahrlich wiederlegen: „Wenn man Zeit investiert, kann man ihnen unglaublich viel beibringen. Auf den Hinterbeinen balancieren, Parcours gehen und Ziegen-Agility, das ist alles möglich“, so die Leobendorferin, die aber auch weiß, dass die Vierbeiner ganz schön zickig sein können: „Sie sind schon sehr stur und haben ihren eigenen Kopf. Dafür sind sie aber auch schlau und wirklich mutig.“ Den Mut sieht man auch während der Ausflüge: nur wenig Scheu vor Autos oder Hunden, eher Neugierde. „Und wenn sie wirklich mal bocken, lassen sie sich von einem Bananen-Leckerli jederzeit bestechen.“


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